Allgemein/ Digitales Zeug

Von unwissenden Redakteuren…

Da sitz ich doch gestern Morgen beim Frühstück, erfreue mich an einem dick mit der Haselnuss-Creme von Welt beschmierten Laugenbrötchen und an der Zeitung, sofern man sich über diese freuen kann, und informiere mich über die neuesten Machenschaften des großen IT-Unternehmens, das nichts mit den Äpfeln zu tun hat. Ich lese friedlich, dass die Herrschaften jetzt auch eine Wolke haben wollen und überlege mir, welches Unternehmen seine hochsensiblen Kundendaten wohl einem solchen Fremdanbieter zur Verarbeitung schicken möchte. In der Mitte des Artikels prankt, wie soll es anders sein, das Konterfei von Psycho-Ballmer, während er auf irgendeiner Präsentation rumhorstet. Zur besseren Veranschaulichung hab ich das mal mitgebracht:

Nachdem ich den Artikel gelesen habe, warf ich einen flüchtigen Blick auf die Bildunterschrift. Habt ihr sicher schon lange selbst gemacht. Wäre nun das Brötchen nicht dermaßen reichhaltig beschmiert gewesen, wäre es mit höchster Wahrscheinlichkeit in meinem Halse stecken geblieben. Gut, ich meine, wer diese Zeitung kennt, es ist die “Neue Würtembergische Zeitung” mit dem Mantel-Teil der “Südwestpresse”, weiß, dass deren Qualität nicht sonderlich hoch anzusiedeln ist. Doch hier haben sich die Herrschaften wieder mal ein Glanzstück geleistet. Entweder hat der Redakteur keinen Plan wovon er schreibt, oder an diesem Tag durfte der Praktikant nach den Bildunterschriften ausschau halten.

Für alle verwirrten Leser:
Der Herr auf dem Bild ist Mr. Steve Ballmer, Geschäftsführer der Firma Microsoft. Gerne auch bekannt als Psycho-Ballmer, Bouncing-Ballmer, Monkeyboy oder sonst was. Warum? Steht hier! Oder hier sogar zum schauen. Sollte genügen um das nicht hinterfragen zu müssen.
In der Bildunterschrift allerdings ist der Name “Steve Jobs” zu lesen. Dieser Herr ist ebenfalls Chef. Allerdings der Konkurrenz-Firma mit den Äpfeln. Herr Jobs hat, was zumindest seine Vergangenheit bezeugt, ebenfalls einen an der Klatsche, allerdings zeigt er diese nicht in der Öffentlichkeit. Er eröffnet seine Präsentationen, die so genannten “Keynotes”, stets friedlich und seriös.
Wir haben es hier also mit zweien der mächtigsten Menschen im IT-Business zu tun, möglicherweise nicht DIE mächtigsten, aber sicherlich die Bekanntesten. Das sollte doch auch das hiesige Dorfblatt wissen, ist sicherlich nicht zu viel verlangt.

Wer sich an dieser Stelle fragt, warum dieser lustig umherhüpfende Mann der Chef von Microsoft ist und nicht der allseits bekannte Mr. Bill Gates, soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass dieser bereits seit 2000 nicht mehr Geschäftführer von Microsoft ist und seit gut vier Monaten nicht einmal mehr in seiner Firma arbeitet. Kann er sich ja auch leisten, der Bill.

Daher, liebe NWZ, einem Redakteur möchte ich es ja garnicht zutrauen, so schlecht kann man nicht recherchieren. Gebt mehr acht auf eure Praktikanten und auf das, was am Ende wirklich in den Druck geht.
in diesem Sinne
euer Gast-Schreiber Alex

  • lari

    Aber aber, die haben doch da sicher nur den Nachnamen verwechselt…. das kann doch mal passieren… wäre ich der Praktikant würd ich mich jetzt sicher unter den Schreibtisch verkriechen und denken, dass ich GAAAR nix mehr kann, nur weil ich ein Apfel-Fan bin und ständig an den Herr Jobs denken muss- sogar wenn ich mal einen andern Namen hinschreiben muss….
    hab doch Mitleid mit einem armen Druckfehler… der kann doch mal vorkommen…. der schämt sich sicher auch schon!…

  • Ich kannte den YouTube-Link nicht… Alter ist das geil! Der hat ja wirklich nen Psychoschaden (hätte ich auch müsste ich bei der Firma arbeiten)…
    Ach hab ich gelacht. Vielen Dank fürs Schreiben! Ist toll mal Artikel im eigenen Blog zu finden die man nicht selbst geschrieben hat!

  • alex

    es gab sogar Antwort:

    Sehr geehrter Herr Kurz,

    Sie haben natürlich vollkommen recht. Da hat sich ein Kollege getäuscht. Wir möchten uns dafür entschuldigen.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Thomas Veitinger

  • Klar gab’s eine Antwort. Auch wenn wir die “Qualität nicht sonderlich hoch anzusiedeln ist” – und es anderen Medien, deren Qualität hoch anzusiedeln ist sicherlich nie passiert.