Kirche

Kirchenwahl – Digitalisierung neue Medien:

Nicolai und ich treten bei der Kirchenwahl am 1.12.2019 für den Gesprächskreis Kirche für morgen im Wahlbezirk Kirchheim/Nürtingen an. Wir wurden bei gebeten auf sechs Fragen zu Antworten. Die drei Kategorien: „Kirche im Alltag“, „Digitalisierung neue Medien“ und „Gottesdienst und Musik“. Dieser Beitrag ist der dritte Teil der Antwortserie.

Kann der sonntägliche GoDi durch die digitale Kirche abgelöst werden? Stichwort Abendmahl/Taufe/Trauung?

Wir bei Kirche für morgen feiern es, wenn beim Gottesdienst einfach Vielfalt und Abwechslung herrscht, deswegen unterstützen wir den Gedanken der „Hybriden-Kirche“, also einer Kirche in der digitale Gottesdienste und klassische Gottesdienste sich gegenseitig ergänzen. Ich persönlich erlebe zurzeit, wie Online und in sozialen Netzwerken eine digitale Kirche entsteht, die miteinander betet, sich austauscht, digitale Gemeinschaft lebt und auch Gottesdienste miteinander feiert. Für uns bei Kirche für morgen ist auch das zu 100% Kirche und wir wollen daher in der Synode dafür eintreten, dass diese Art von Kirche überhaupt erstmal vollwertig als Kirche anerkannt wird und möchten, dass digitale Gottesdienste gefördert und die kirchlichen Präsenz in sozialen Medien weiter ausgebaut wird. Für uns ist das kein Widerspruch zu „klassischen“ Gottesdiensten, sondern sinnvolle Ergänzung. So erlebe ich es schon, dass bei mir via Instagram Taufanfragen eingehen, oder dass aus dem onlinegespräch der Wunsch entsteht sich auch in der „analogen“ Welt zu treffen um gemeinsam Gottesdienst und Abendmahl zu feiern. So ist die digitale Kirche für uns 100% Kirche, die die klassische Kirche jedoch keineswegs ersetzt, sondern sie bereichert, sie vielfältiger macht und ihr vor allem das schenkt, was sie nach unserer Meinung gerade am Meisten braucht, nämlich die Stimme und die Kreativität junger Menschen.

Nicolais Profil und mehr Infos zur Kirchenwahl hier.

Pro Kirchenbezirk ein Social Media Team finanzieren? Dafür?

Als ehemaliger Social Media Experte des Landesjugendwerks müsste ich auf diese Frage sofort mit einem lauten „JA!“ antworten. Das Thema ist aber komplexer. Unsere Kirche muss breiter aufgestellt werden was ihre Kommunikation angeht. Es braucht mehr und auch andere Formate und Netzwerke, die bespielt werden. Eine Person pro Kirchenbezirk die „irgendwas mit Medien“ macht wird aber wenig helfen. Es braucht mehr Stellenanteile um die beste Botschaft der Welt zeitgemäß zu kommunizieren. Allerdings muss der Mix stimmen. Mein Mitkandidat Nicolai zum Beispiel ist ein super Beispiel für einen authentischen Pfarrer auf Instagram (https://www.instagram.com/pfarrerausplastik/), aber er macht das ehrenamtlich nebenher. Es braucht meiner Meinung nach also eher ein Umdenken wie Pfarrer, Jugendarbeit und Diakonie Medien nutzen und auch welche Netzwerke genutzt werden. Eine pauschale Stelle pro Bezirk kann da helfen – ist aber nicht die Lösung. Also ein JA zu mehr und sinnvoller Botschaft in sozialen Medien. Ein klares JA, dass wir mehr Kante zeigen müssen. Und zwar in einer Sprache, die unsere Zielgruppen verstehen. Eine Planstelle wird dabei aber nicht per se helfen.

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