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Von Hautnah-Konzerten…

Von Tim Neuhaus & the Cabinet war auf diesem Blog schon einmal etwas zu hören. Gestern Abend kam es dann zu einem ersten Konzertbesuch. Das ganze fand im Club Zwölfzehn in Stuttgart statt der wesentlich kleiner war als ich das vermutete hatte. So Alternativ hatte ich ihn mir vorgestellt.

Also rein in den Schuppen und abwarten. Die „Vorband“ die aus einer Person mit Gitarrenkenntnissen bestand war die wohl fremdschämenste Dreiviertelstunde meines Lebens. Gefühlt hatte der Typ zu viel geraucht und dabei Lieder geschrieben. Einzig seine vertonte Foto-Love-Story brachte auch mich zum lachen. Nicole, Katja und ich fielen durchaus auf, dass wir viel zu Mainstreamig waren. Bei den anderen Anwesenden schienen die Witze wohl teilweise zu zünden. Diese konnten auch mit Liedern wie „Leg deinen Penis aus den Tisch“ etwas anfangen…

Gut aber darum ging es uns ja nicht. Kurz nach zehn war es dann soweit. Ein schüchtern freundlicher Tim Neuhaus betrat mit seinem Cabinet die Bühne: Schlagzeuger, Bassist, Keyboarder und Tim an der Gitarre. Eine Mischung die an diesem Abend für absolute Verzückung sorgen sollte. Neben den klassischen Instrumenten hatten die vier Jungs nämlich noch eine Quetschkommode, ein Melodika und ein Glockenspiel dabei. Was die Band auszeichnet, ist die Tatsache, dass sie alle ihre Instrumente perfekt beherrschen. Ja studiert haben. Bei noch keinem anderen Konzert hatte ich das Gefühl: So müssen Instrumente behandelt werden! Die Band schafft es als Einheit auf der Bühne zu stehen. Keiner ist im Vordergrund, keiner fällt hinten runter. Jeder bringt perfekt seine Begabungen ein. Die Lieder sind fast alle mehrstimmig und von unterschiedlichen Instrumenten dominiert. Dabei kommt ein absolut feiner Rock-Pop-Mix heraus. Musik handgemacht!

Schon das zweite Lied war mein Highlight: Headdown (hier in einer unplugged-Version zu hören). Aber auch danach ging die Stimmung steil nach oben und erlebte keinen Einbruch. Besonders schön: Die Band kann ein Stück langsam beginne. Das Schlagzeug hat Anklänge von Jazz. Nur um dann einen so rockend und wohlklingenden Schluss hinzulegen, dass man absolut geplättet ist.

Die Platte war daheim sofort gekauft (Amazon sei dank). Sie klingt super und gibt einen guten Eindruck. Nur eines ist besser als die CD: die Jungs live zu erleben. Das rockt noch viel mehr. Und das auch in einem winzigen Club mit vielleicht 40 Zuhörern – Hautnah eben!

Danke für den tollen Abend Mädels!

Stay tuned…