Gedanken

Willkommen 30 – ein Rückblick

Da ist sie: die 30. Kein Grund zur Panik. Ich finde, die 30 ist eine schönere und ästhetischere Zahl als 29. Von daher kann ich ganz gut mit dieser neuen Zahl vor dem Zehner leben. Runde Geburtstage eigenen sich ganz gut um die letzten 10 Jahre  ein bisschen Revue passieren zu lassen. Dazu hab ich mich mal mit meinem 10 Jahre jüngeren Ich getroffen und überlegt was ich damals dachte, wie es so mit 30 sein würde…

  • Mit 20 stand ich am Anfang meines „Studiums“ und hätte mir nie erträumen können wo und was ich heute arbeite. Mein Zivi hab ich im EJW gemacht und mich damals spontan in den Laden verliebt. Heute kenne ich ihn aus einer anderer Perspektive. Weiß, dass nicht alles rosa ist im EJW und finde es trotzdem noch ein Vorrecht dort arbeiten zu dürfen. Die beiden Felder Jugend- und Medienarbeit zu bespielen ist toll und ich hab tolle Kollegen mit denen das Arbeiten meist Spaß macht.
  • Mit 20 hätte ich nie gedacht, dass ich soviel von der Welt sehe. In den letzten 10 Jahren waren ich in Brasilien, Irland, Mallorca, mehrmals in England, Ägypten, zwei Mal in den USA, in Stockholm, mehrmals auf dem Ijsselmeer. Tolle Orte, viele Eindrücke, manche fast unglaubliche Geschichte, viele Kilometer, immer gut gegangen.
  • Mit 20 hab ich gedacht, dass Homosexualität an meinem 30. Geburtstag keine Rolle mehr spielt. Da war ich wohl zu optimistisch. Gesellschaftlich vielleicht nicht so – kirchlich ist und bleibt es wohl Thema. Und jede Debatte darüber ist und bleibt Nahkampf. Hatte ich mir anders gewünscht…
  • Mit 20 hätte ich nie im Leben daran geglaubt einmal mit dem Deutschen Preis für Onlinekommunikation ausgezeichnet zu werden. Und wenn mir damals jemand gesagt hätte, unser Projekt würde gegen die FIFA und den  FC St. Pauli gewinnen, ich hätte ihn für verrückt erklärt.
  • Mit 20 hatte ich ein einfaches Handy von Nokia. Snake, SMS und telefonieren… Das das, was Steve Jobs 2007 vorstellte, die Art unserer Kommunikation ändern würde war mir klar. Wie krass diese Veränderungen wirklich wurden hätte ich nie geglaubt. Und ich stelle mich tatsächlich gerne einmal im Jahr vor einen Apple Store um mein Kommuinkations-Büro-Musik-Sport-All-in-one-Gerät durch die neuere Version zu ersetzen.
  • Mit 20 war ich mir sicher, 10 Jahre später hätte ich meinen Platz in der Welt gefunden. Verliebt, Verlobt, Verheiratet oder wenigstens mit dem festen Freund in einer gemeinsamen Wohnung. Jetzt wohne ich mit meinem besten Freund und seiner Frau in einer tollen WG (wobei die Frau und auch die gemeinsame WG damals auch nicht vorstellbar waren). Und trotzdem bin ich, gefühlt, gerade umso mehr ein Suchender. Wo ist mein Platz? Wo ist meine Heimat? Wo will ich beruflich weiter? Offene Fragen – wenig Antworten. Anstrengend für einen Menschen der gerne alles plant. You’ve got to find what you love. And that is as true for your work as it is for your lovers.“ Steve Jobs

Mit 20 sah meine Welt komplett anders aus. Viele Träume. Manche konnte ich mir erfüllen, manche hätte ich nie zu Träumen gewagt. Andere hab ich nicht erreicht – das war manchmal gut und ist manchmal schlecht. Eine Prognose für die nächsten Jahre traue ich mich nicht abzuliefern. Aber viele Träume gibt es immer noch…

Auf die nächsten 10 Jahre. Mal schauen was ich dann noch hier reinschreibe (wenn man dann noch in „dieses Internet“ schreibt) …

  • Auch noch einmal an dieser Stelle alles Gute. Ich hoffe, du hast, wie es sich gehört, ordentlich gefeiert.

    Ich finde es toll, dass du nochmals zurückblickst und siehst, wie viel sich in deinem Leben verändert hat, was du geplant hast und was daraus geworden ist. Dass zeigt dir auch, dass es erstens anders kommt und zweitens als man denkt, wie üblich. Ich hoffe dennoch, dass das Gesamt-Resumé des vergangenen Jahrzehnts positiv für dich bleibt und dass du die Projekte, die sich noch nicht verwirklichen ließen, in den nächsten Jahren angehen kannst. Viel Erfolg auf deiner weiteren Reise durch den Irrgarten, den man Leben nennt!